Fotohardware

 

Ich möchte voraus schicken, dass ich in Sachen Fotohardware nicht DER Fachmann bin. Die nachfolgenden Ausführungen zum Thema Fotohardware sollen daher nichts anderes sein als eine Entscheidungshilfe für Dich, wenn Du noch keine Fotoausrüstung hast und daran denkst, Dir für Deine nächste Safari eine anzuschaffen, wobei Du finanziell in einem überschaubaren Rahmen bleiben, nicht allzu tief in die Materie eintauchen und Dich nicht mit einer umfangreichen Ausrüstung abschleppen – aber trotzdem akzeptable Ergebnisse erzielen möchtest.  

 

Unter diesen Voraussetzungen scheidet die Anschaffung einer digitalen Spiegelreflexkamera von vorne herein aus.  Ein gutes Teleobjektiv mit einer Brennweite von nicht unter 400 kostet abgesehen von seiner Unhandlichkeit  schon mehr als man für kompakte Digitalkameras des gehobenen Preissegments anlegen muss, die sich darüber hinaus durch einfache Handhabung und inzwischen beste optische Eigenschaften wie z.B. Telezoom mit Brennweiten bis in die Nähe von 800 (!!!) mm auszeichnen und daher nicht nur für Einsteiger geeignet sind, sondern auch gehobeneren Ansprüchen gerecht werden können. 

 

Diesen Qualitätsgrad sollte man aber nicht unterschreiten. Nichts gegen eine der kleinen digitalen Kameras mit ordentlich viel Pixel und einem netten dreifachen optischen Zoom. So ein Teil ist allemal bestens für alle Gelegenheiten des Alltags geeignet  seien es Schnappschüsse auf der lustigen Gartenparty, Omas Geburtstag, den zu dicht aufgefahrenen Raser auf der Autobahn zu schocken oder Pitbull Hassos erster Briefträger. Aber nun stelle Dir mal vor, Du hast auf Deiner Safari, für die Du vielleicht lange gespart hast und die Du vielleicht nur einmal im Leben machst, das Glück ein ganz seltenes Tier zu entdecken oder eine aufregende Szene zu beobachten. Du fotografierst, bis der Auslöser glüht und wenn Du dann später auf dem Monitor die Bilder anschaust, könnte Dir schnell klar werden, dass Du doch am falschen Ende gespart hast – und zwar dann, wenn Du auf dem Bild anstatt des Elefanten, der gerade ein Nashorn knutscht, auf Deinem Bild nur Savanne mit einem kleinen dunklen Punkt mittendrin siehst, oder bei dem Foto des majestätisch durch die Luft gleitenden Adlers nicht sicher bist, ob es eventuell doch nur ein Fusel auf der Linse war.

 

Für welches Fabrikat Du Dich entscheidest, sollte neben dem Preis von den gewünschten Eigenschaften abhängen. Bei der Anschaffung unserer Kameras legten wir Wert auf

1.       unkomplizierte Handhabung, da ich es hasse sogar unterwegs ständig in einer Gebrauchsanweisung herumblättern zu müssen.   

2.       Telezoomobjektive mit hohen Brennweiten, da man in fast allen Nationalparks die Pisten nicht verlassen darf und die Tiere sich partout nicht daran gewöhnen wollen, sich immer am Pistenrand aufzuhalten, Nicht zu unterschätzen ist auch der Vorteil, dass die Objektive der Kompaktkameras von Weitwinkel bis höchste Telestufe alles abdecken, wodurch man für  jede Situation gerüstet ist ohne erst einen Objektivwechsel mit der Gefahr der Verschmutzung vornehmen zu müssen. Fotografen mit Spiegelreflexkameras und Wechselobjektiven gleichen diese Nachteile aus, indem sie mit zwei unterschiedlich bestückten Kamerabodies arbeiten.    

3.       Eine das übliche Maß bei Kompaktkameras nicht unterschreitende Lichtstärke,

4.       kurze Auslöseverzögerung. Bei meiner ersten Digitalkamera (Olympus Ultra Zoom) war dieser Faktor so hoch, dass auf dem Bild das geschlüpfte Küken zu sehen gewesen wäre wenn ich ein Huhn beim Eierlegen fotografiert hätte.  Inzwischen jedoch hat sich gerade hier eine ganze Menge getan und die Auslöseverzögerung steht bei  manchen Modellen einer Spiegelreflexkamera kaum noch nach.

5.       Bildstabilisator und gute Bildqualität,

6.       Verfügbarkeit von Zubehör wie Weitwinkel- oder Televorsatzlinsen, wobei letztere bei  Kamers mit inzwischen schon 36fachem Zoom eigentlich nicht mehr erforderlich sind.

 

Auch sollte man nach Möglichkeit darauf achten, dass die Kamera schon einen gewissen Robustheitsgrad aufweist und nicht bei einem kleinen Stoss schon den Geist aufgibt  wie es mir mit meiner ersten und zweiten Digitalkamera ergangen ist. Aus Angst, dass mir das auf einer Safari mitten in Kenia passiert, habe ich das Teil an einem Band aus drei aneinander geknoteten Rexgummis an das Dachgestänge unseres Safariautos gehängt, wo es auch bei schlimmsten Schlaglöchern immer nur sanft auf und nieder wippte. Und wenn wir schon bei Beanspruchung der Fotoausrüstung auf Safari sind, sollte man sich bezüglich Staubschutz nicht ausschließlich die Fototasche verlassen und wenn es nur eine Alditüte ist, in die man die Kamera einwickeln kann.  

 

Was die sonstige Ausstattung wie z. B. verschiedene Aufnahmeprogramme, Belichtungswerte, Verschlussgeschwindigkeiten, integrierten Blitz usw. angeht, nehmen sich die verschiedenen Fabrikate nicht viel. Allerdings ist gerade bei den verschiedenen Aufnahmeprogrammen schon ziemlich viel Mumpitz dabei. Ich kann mir z. B. nicht vorstellen, für was man ein besonderes Aufnahmeprogramm zum Fotografieren von Babies (gibt es ohne Spaß tatsächlich!) benötigt.

 

Nachdem wir lange hin und her gesucht hatten, viele Fabrikate und Modelle ausprobiert und verglichen hatten, sind wir bei Panasonic gelandet und entschieden uns für das Modell DMC-FZ50EG mit 12fachem Telezoom, der mit einer Vorsatzlinse noch mal um den Faktor 1,7 erweitert werden kann. (Um der Wahrheit die Ehre zu geben hat sich das in Wirklichkeit so abgespielt, dass wir bei “1000 Töpfe“ in Hamburg ein paar Marmeladengläser kaufen wollten und ich so rein interessehalber einen kurzen Abstecher zur Fotoabteilung machte, um mich mal über evtl. Neuheiten auf dem Markt zu informieren. Meine Frau meint, dass das die teuersten Marmeladengläser ihres Lebens waren und jetzt darf ich nicht mehr mitfahren, wenn bei “1000 Töpfe“ etwas einzukaufen ist.)

 

Mit 12fachem Zoom könnte man zwar heute keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken aber damals war das ein Spitzenwert. Als dann im Vorjahr die als Nachfolgemodell bezeichnete  DMC FZ100  mit 24fachem Zoom und erheblich verbesserter Auslöseverzögerung und sensationeller Geschwindigkeit bei Reihenaufnahmen (einstellbar von 5 bis -. 60 (!) Bildern in der Sekunde) herauskam, konnten wir – oder besser ich - nicht widerstehen. Auch dieses Modell  liegt preislich bei ca. 450 – 500.

 

Die Kamera gleicht allerdings bezüglich Größe, Gewicht und dem Entfall des von Hand verstellbarem Zoomrings deutlich der DMC FZ38EG. Das niedrige Gewicht ist bei einem  voll ausgefahrenen Zoom nicht unbedingt von Vorteil.  Der mehrfach verstellbare Monitor, welcher  Aufnahmen aus den ungewöhnlichsten Positionen ermöglicht, was insbesondere bei Nahaufnahmen ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist, wurde zum Glück beibehalten. 

 

Bei den verschiedenen Tests, schneidet das Modell zwar nicht so exzellent wie seinerzeit die DMC FZ50 ab, liegt aber immer noch auf einem der vorderen Plätze


Was allerdings die Qualität und Verständlichkeit der Gebrauchsanleitung angeht, unterscheidet diese sich nicht wesentlich von denen für Spiegelreflexkameras, wo meistens ein bei mir nicht vorhandenes Maß an Fachwissen vorausgesetzt wird. Beispielsweise wird des Langen und Breiten beschrieben wie der Weißabgleich einzustellen ist. Aber eine Erläuterung, was darunter zu verstehen ist und für was er benötigt wird, sucht man meistens vergebens. Ich habe mir für solche Fälle jetzt eine Internetseite herausgesucht, deren Autor es versteht, Fachbegriffe bildhaft und allgemeinverständlich zu erklären ( www.flaschenboden.de ). Wenn  Du Wert auf mehr Ausführlichkeit legst, bist Du natürlich wie bei fast allem unter dem jeweiligen Stichwort bei Wikipedia bestens aufgehoben. Besonders ärgerlich jedoch ist die Tatsache, dass für die DMC FZ100 in Papierform lediglich eine Kurzbeschreibung - und die ausführliche Gebrauchsanleitung lediglich als  PDF-Datei verfügbar ist – und dies insbesondere auch deshalb, dass man ohne eine Anleitung kaum in der Lage ist, die vielen Sonderfunktionen und Aufnahmeprogramme richtig und sinnvoll einzusetzen.   

 

Etwas nachteilig im Vergleich beispielsweise zu den Kompaktmodellen von Olympus, die mit normalen Stabzellen zu max. 6 Euro pro Satz auskommen, sind die relativ hohen Kosten für Akkus. Für Original-Akkus von Panasonic legt man immerhin nicht unter 50 Euro auf den Tisch. Zwar werden jede Menge Billig-Akkus schon ab 12 Euro angeboten, mit denen wir allerdings nicht die besten Erfahrungen gemacht haben. Wir haben zwar doch einige No Name Akkus im Gebrauch, achten aber bei einer Ausfahrt immer darauf, dass ein voll  aufgeladener Original-Akku dabei ist.  Positiv ist der geringen Stromverbrauch (oder die gute Akkuleistung) der DMC-FZ100. Bei unserer ersten Safari mit dieser Kamera haben wir einen - maximal zwei  Akkus am Tag verbraucht. Trotzdem würde ich aber selbst wenn sichergestellt ist, dass man im Camp oder der Lodge täglich seine Akkus aufladen kann, einen Mindestvorrat von 4 Stück pro Kamera nicht unterschreiten wollen. Wer schlau ist, nimmt nicht nur seinen Adapter sondern auch einen Mehrfachstecker und mehr als ein Aufladegerät mit. 

 

Im Gegensatz zu den Akkus bewegen sich die Preise für SD- oder SDHC-Cards (man muss je nach Anbieter etwa 5 – 15 Euro pro GB rechnen, wenn man nicht unbedingt direkt bei Panasonic kauft (macht ja aber auch keiner), preislich etwa auf gleicher Höhe mit anderen gebräuchlichen Speichermedien. Wie viel GB Speicher man mitnimmt, richtet sich in erster Linie nach dem gewählten Bildformat. Da inzwischen schon SDHC-Cards mit einer Speicherkapazität von 32 GB zu haben sind, könnte man meinen, dass man mit einer Karte pro Kamera locker hinkommt. Wir verwenden jedoch lieber mehrere Karten mit max. 4 GB, damit bei einem Kartendefekt nicht gleich alle Aufnahmen weg sind und ein finanzieller Wertverlust  von annähernd 200 Euro entsteht.

 

Überschlägig kommst Du für die Anschaffung einer  sehr guten Ausrüstung auf folgende Werte:

 

 

 

günstigster gefundener Onlinepreis

Durchschn. Einzelhandels

preis

Basisausstattung

Kamera mit 248fachem Telezoom

390

450

 

2 Original Akkus des Herstellers  

100

120

 

2 No name Akkus                          

20

40

 

2 x 4 oder besser 4 x 2 GB Speicher                              

80

120

 

Gesamt 

590

730

Zubehör

Tele-Vorsatzlinse                       

150

200

 

Fototasche

40

100

 

Einbeinstativ

20

120

 

Gesamt

360

620

 

 

 

 

 

Einer meiner Bekannten rät für größere Anschaffungen immer zu folgenden 3 Schritten:

1.       Lass Dich beim besten Fachgeschäft am Platz ausführlich beraten.

2.       Erkundige Dich beim günstigsten Fachgeschäft im Ort nach den Preisen.

3.       Kaufe den Artikel (mit der erforderlichen Vorsicht, aber wenn ein Händler zu über 99 % positiv bewertet ist, sollte es schon mit dem Teufel zugehen, wenn er ausgerechnet Dich betrügt.) im Online – Handel (z. B. EBAY).

Was ich von dieser Strategie halte, verrate ich nicht. Was der  Einzelhändler dazu meint, kann man sich denken und wie Du selbst darüber denkst, bleibt Dir überlassen. Nur - es geht ja um Dein Geld und schenken tut Dir keiner was.

 

Wenn Du dann Deine Ausrüstung beisammen hast und auf Tour bist, knipse was das Zeug hält. Ich kenne nichts Schöneres als Freunde und Bekannte mit tausenden von Urlaubsfotos zu nerven – und das auch noch so richtig schön per DVD im Großformat auf dem hundertsechser LCD-Fernsehschirm!

 

Soll ich mal ganz ehrlich sein??? Ja? Na gut, die obige Ausrüstung wird weitestgehend von meine Frau genutzt. Ich selbst benutze seit einem Jahr eine EOS 500D und denke derzeit über den Kauf einer EOS 60D nach.