Das Flugticket


Die unter dem Titel „der Trolli“ zusammengefassten Ereignisse während unserer Einreise nach Kenia hatten dazu geführt, dass wir die letzte Etappe unserer Einreise, den Flug von Mombasa nach Nairobi in immer noch einigermaßen verkrampfter Stimmung angetreten hatten. Ein Zustand, dessen Besserung der Anschlag des Bordpersonals in Form eines Kaffees mit einer der Kabinenluft entsprechenden Temperatur und eines Kekses, der schon vor der Erringung der Unabhängigkeit Kenias sein Verfalldatum überschritten haben muss, nicht sonderlich zuträglich war.

Als wir jedoch nach einstündigem Flug in Nairobi ankamen, fiel aller Stress von uns ab. Ahhh, die frische Luft Nairobis, die wir aus dem Kerosingeruch herauszuspüren glaubten!  Endlich war es so weit: Die abenteuerliche Safari, die uns über 2000 km durch Kenia führen sollte, konnte beginnen…

 

Am Ausgang des Airports wurden wir von einem Afrikaner empfangen, der uns in gutem Deutsch begrüßte und sich befremdlicher weise mit „Ich bin der kleine Mann von Tui“ vorstellte, was allerdings angesichts seiner Größe durchaus nicht untertrieben war. Seinen richtigen Namen hat er auch genannt. Ich glaube Robert, bin aber nicht sicher, denn bei Namen lässt mich mein sonst so ausgezeichnetes Gedächtnis manchmal im Stich. Allerdings sollte man auf die Namen mit denen sich die Leute dortzulande vorstellen, nicht allzu viel geben. Ich kenne alleine zwei Oliver Kahns, je einen Omar Sharif und Ottmar Hitzfeld sowie einen Sechzig. Letzterer muss da wohl etwas falsch verstandenen haben. 

 

Der kleine Mann von Tui informierte uns über alles, was wir wissen mussten und reichte uns an Lazarus weiter, unserem Guide, mit dem wir die nächsten sieben Tage durch Kenia zuckeln sollten. Neben unserem Mitreisenden Michael war Lazarus der zweite Glücksfall auf dieser Reise. Lazarus ist ein Kamba und heißt eigentlich John. Warum er sich Lazarus nennt, hat sich uns nicht erschlossen, denn so cool ist dieser Name ja nun auch wieder nicht. Was wir während dieser sieben Tage alles erlebt haben, soll jedoch Gegenstand einer anderen Geschichte sein. Hier haben wir uns mit den Vorfällen zu beschäftigen, die sich am Ende unserer Safari ereigneten.

 

Ich mache daher jetzt einen Zeitsprung vom Aufbruch von – bis zur Rückkehr  nach Nairobi, wo uns der kleine Mann von Tui in Empfang nahm und an das Nairobi Serena Hotel zum Lunch weiterreichte. Ich muss vorausschicken, dass Petra am letzten Abend in der Mara Serena Lodge unsere Papiere zusammensuchte und dabei feststellte, dass wir gar keine Tickets für den Flug nach Mombasa hatten. Und schon wurde es etwas hektisch, denn normalerweise werden ja die Flugtickets für Hin- und Rückflüge immer zusammen ausgestellt und wir hätten sie eigentlich haben müssen. Hatten wir aber nicht. Wieder einmal offenbarte sich mir das Mysterium weiblicher Handtaschen:  Auf der Suche nach den Tickets räumte Petra ihre Handtasche aus und stapelte den Inhalt zu einem immer höher werdenden Berg, wobei die wunderlichsten Dinge zum Vorschein kamen. Ich zählte alleine 3 Labellos ohne und einen mit Geschmack. Nur – unsere Flugtickets waren leider nicht dabei.

Wo können die Tickets, wenn wir sie denn überhaupt bekommen haben, noch sein?  Also die Reisetausche bis auf das letzte Shirt ausräumen – nix! Sämtliche Jacken- Hosen- und Hemdentaschen umkehren- auch nix!  Sogar unseren Kulturbeutel hat Petra durchgefilzt – natürlich auch ohne Erfolg.  Es gab definitiv keine Flugtickets bzw. es gab sie wohl schon, aber sie waren nicht da. „Die werden sie uns wohl dann wohl erst in Nairobi geben. Du weißt doch, hier läuft alles ein wenig anders.

Zurück zum Lunch in Nairobi: Der kleine Mann von Tui lieferte uns wie schon gesagt in der Lounge des Hotels zum Lunch ab und wollte sich schon verziehen. „Moment noch bitte.“ sagte ich „wann bekommen wir denn unsere Tickets?“ „Die Tickets? Welche Tickets?“ „Na die für den Flug nach Mombasa natürlich!“ „Aber die haben Sie doch schon, sonst wären sie doch gar nicht nach Nairobi gekommen!“ „Klugscheißer!“ dachte ich. Es entspann sich ein lebhafter Dialog, der damit endete, dass der kleine Mann von Tui telefonisch Rücksprache mit dem Office von Pollman hielt und in Erfahrung brachte, wie man sich in einem solchen Fall zu verhalten hat. Wir müssten den Verlust der Flugscheine bei der Polizei melden, meinte er, weil die Versicherung sonst keinen Ersatz leisten würde. Meine vage Hoffnung, dass wir vielleicht auch ohne die Tickets mitgenommen würden, weil ja eine Passagierliste da sein musste, auf der hervorging dass Mr. und Mrs. Schmalz gebucht hatten, zerstöre er sofort und meinte, dass uns erst mal nichts anderes übrig bleiben würde, als neue Tickets zu kaufen und nach dem Lunch würde er uns zur Main Police Station begleiten. Na super, doller Abschluss einer wunderbaren Safari, von der wir nicht geglaubt hätten, dass uns ihr aufregendster Teil erst noch bevorstand.

Zum Glück hatten wir bis zum Abflug noch reichlich Zeit und Lazarus fuhr uns zusammen mit dem kleinen Mann von Tui zur Main Police Station von Nairobi, eine hochtrabende Bezeichnung für das Loch, das wir zusammen mit dem kleinen … betraten. Ein düsterer etwa 15 x 15 Meter großer, schäbiger Warteraum an dessen Längswand aufgereiht die Tagesausbeute an Kleinkriminellen  saß. Die dunkle Färbung des Schrittes einiger Delinquenten und der dezent durch den Raum wehende Geruch legten den Schluss nahe, dass sie sich angesichts dessen, was sie hier erwartete, bereits ordentlich eingepinkelt hatten. Ein Blick auf die hinter dem Tresen sitzenden Ordnungshüter ließ mich vermuten, dass ihre Befürchtungen durchaus nicht unberechtigt waren.

 

Da wir nicht eingefangen worden waren, sondern freiwillig gekommen waren, mussten wir uns nicht zu den anderen setzen, sondern durften gleich in den nächsten Raum weitergehen, der genau so schäbig wie der Vorraum war, aber den unbestreitbaren Vorteil hatte, dass der Uringestank durch den Geruch nach uralten, verstaubten Akten abgemildert wurde. Auch hier eine hölzerne Delinquentenbank und ein Tresen hinter dem drei männliche Nachkommen Idi Amins saßen, die sich ihrem Gesichtsausdruck nach entweder kurz vor einem Wutausbruch standen, oder einen solchen gerade überwunden hatten. Wir nahmen also ganz schüchtern auf der Vorderkante der Armesünderbank Platz und  der kleine Mann von Tui bedeutete uns mit einem Handzeichen still zu sein und zu warten, bis man das Wort an uns richten würde.

Die unter dem Titel „der Trolli“ zusammengefassten Ereignisse während unserer Einreise nach Kenia hatten dazu geführt, dass wir die letzte Etappe unserer Einreise, den Flug von Mombasa nach Nairobi in immer noch einigermaßen verkrampfter Stimmung angetreten hatten. Ein Zustand, dessen Besserung der Anschlag des Bordpersonals in Form eines Kaffees mit einer der Kabinenluft entsprechenden Temperatur und eines Kekses, der schon vor der Erringung der Unabhängigkeit Kenias sein Verfalldatum überschritten haben muss, nicht sonderlich zuträglich war.

Als wir jedoch nach einstündigem Flug in Nairobi ankamen, fiel aller Stress von uns ab. Ahhh, die frische Luft Nairobis, die wir aus dem Kerosingeruch herauszuspüren glaubten!  Endlich war es so weit: Die abenteuerliche Safari, die uns über 2000 km durch Kenia führen sollte, konnte beginnen…

 

Am Ausgang des Airports wurden wir von einem Afrikaner empfangen, der uns in gutem Deutsch begrüßte und sich befremdlicher weise mit „Ich bin der kleine Mann von Tui“ vorstellte, was allerdings angesichts seiner Größe durchaus nicht untertrieben war. Seinen richtigen Namen hat er auch genannt. Ich glaube Robert, bin aber nicht sicher, denn bei Namen lässt mich mein sonst so ausgezeichnetes Gedächtnis manchmal im Stich. Allerdings sollte man auf die Namen mit denen sich die Leute dortzulande vorstellen, nicht allzu viel geben. Ich kenne alleine zwei Oliver Kahns, je einen Omar Sharif und Ottmar Hitzfeld sowie einen Sechzig. Letzterer muss da wohl etwas falsch verstandenen haben. 

 

Der kleine Mann von Tui informierte uns über alles, was wir wissen mussten und reichte uns an Lazarus weiter, unserem Guide, mit dem wir die nächsten sieben Tage durch Kenia zuckeln sollten. Neben unserem Mitreisenden Michael war Lazarus der zweite Glücksfall auf dieser Reise. Lazarus ist ein Kamba und heißt eigentlich John. Warum er sich Lazarus nennt, hat sich uns nicht erschlossen, denn so cool ist dieser Name ja nun auch wieder nicht. Was wir während dieser sieben Tage alles erlebt haben, soll jedoch Gegenstand einer anderen Geschichte sein. Hier haben wir uns mit den Vorfällen zu beschäftigen, die sich am Ende unserer Safari ereigneten.

 

Ich mache daher jetzt einen Zeitsprung vom Aufbruch von – bis zur Rückkehr  nach Nairobi, wo uns der kleine Mann von Tui in Empfang nahm und an das Nairobi Serena Hotel zum Lunch weiterreichte. Ich muss vorausschicken, dass Petra am letzten Abend in der Mara Serena Lodge unsere Papiere zusammensuchte und dabei feststellte, dass wir gar keine Tickets für den Flug nach Mombasa hatten. Und schon wurde es etwas hektisch, denn normalerweise werden ja die Flugtickets für Hin- und Rückflüge immer zusammen ausgestellt und wir hätten sie eigentlich haben müssen. Hatten wir aber nicht.

Wieder einmal offenbarte sich mir das Mysterium weiblicher Handtaschen:  Auf der Suche nach den Tickets räumte Petra ihre Handtasche aus und stapelte den Inhalt zu einem immer höher werdenden Berg, wobei die wunderlichsten Dinge zum Vorschein kamen. Ich zählte alleine 3 Labellos ohne und einen mit Geschmack. Nur – unsere Flugtickets waren leider nicht dabei.

Wo können die Tickets, wenn wir sie denn überhaupt bekommen haben, noch sein?  Also die Reisetausche bis auf das letzte Shirt ausräumen – nix! Sämtliche Jacken- Hosen- und Hemdentaschen umkehren- auch nix!  Sogar unseren Kulturbeutel hat Petra durchgefilzt – natürlich auch ohne Erfolg.  Es gab definitiv keine Flugtickets bzw. es gab sie wohl schon, aber sie waren nicht da. „Die werden sie uns wohl dann wohl erst in Nairobi geben. Du weißt doch, hier läuft alles ein wenig anders.

Zurück zum Lunch in Nairobi: Der kleine Mann von Tui lieferte uns wie schon gesagt in der Lounge des Hotels zum Lunch ab und wollte sich schon verziehen. „Moment noch bitte.“ sagte ich „wann bekommen wir denn unsere Tickets?“ „Die Tickets? Welche Tickets?“ „Na die für den Flug nach Mombasa natürlich!“ „Aber die haben Sie doch schon, sonst wären sie doch gar nicht nach Nairobi gekommen!“ „Klugscheißer!“ dachte ich. Es entspann sich ein lebhafter Dialog, der damit endete, dass der kleine Mann von Tui telefonisch Rücksprache mit dem Office von Pollman hielt und in Erfahrung brachte, wie man sich in einem solchen Fall zu verhalten hat. Wir müssten den Verlust der Flugscheine bei der Polizei melden, meinte er, weil die Versicherung sonst keinen Ersatz leisten würde. Meine vage Hoffnung, dass wir vielleicht auch ohne die Tickets mitgenommen würden, weil ja eine Passagierliste da sein musste, auf der hervorging dass Mr. und Mrs. Schmalz gebucht hatten, zerstöre er sofort und meinte, dass uns erst mal nichts anderes übrig bleiben würde, als neue Tickets zu kaufen und nach dem Lunch würde er uns zur Main Police Station begleiten. Na super, doller Abschluss einer wunderbaren Safari, von der wir nicht geglaubt hätten, dass uns ihr aufregendster Teil erst noch bevorstand.

Zum Glück hatten wir bis zum Abflug noch reichlich Zeit und Lazarus fuhr uns zusammen mit dem kleinen Mann von Tui zur Main Police Station von Nairobi, eine hochtrabende Bezeichnung für das Loch, das wir zusammen mit dem kleinen … betraten. Ein düsterer etwa 15 x 15 Meter großer, schäbiger Warteraum an dessen Längswand aufgereiht die Tagesausbeute an Kleinkriminellen  saß. Die dunkle Färbung des Schrittes einiger Delinquenten und der dezent durch den Raum wehende Geruch legten den Schluss nahe, dass sie sich angesichts dessen, was sie hier erwartete, bereits ordentlich eingepinkelt hatten. Ein Blick auf die hinter dem Tresen sitzenden Ordnungshüter ließ mich vermuten, dass ihre Befürchtungen durchaus nicht unberechtigt waren.

 

Da wir nicht eingefangen worden waren, sondern freiwillig gekommen waren, mussten wir uns nicht zu den anderen setzen, sondern durften gleich in den nächsten Raum weitergehen, der genau so schäbig wie der Vorraum war, aber den unbestreitbaren Vorteil hatte, dass der Uringestank durch den Geruch nach uralten, verstaubten Akten abgemildert wurde. Auch hier eine hölzerne Delinquentenbank und ein Tresen hinter dem drei männliche Nachkommen Idi Amins saßen, die sich ihrem Gesichtsausdruck nach entweder kurz vor einem Wutausbruch standen, oder einen solchen gerade überwunden hatten. Wir nahmen also ganz schüchtern auf der Vorderkante der Armesünderbank Platz und  der kleine Mann von Tui bedeutete uns mit einem Handzeichen still zu sein und zu warten, bis man das Wort an uns richten würde.

 

Nach etwa 5 Minuten knurrte einer der Verwandten ohne den Kopf zu heben, etwas auf Swahili, was an uns gerichtet gewesen sein musste, denn der kleine Mann von Tui trug unser Anliegen vor. Angesichts der Tatsache, dass hier Arbeit auf ihn zukommen könnte, nahm das Gesicht des Beamten  erst einen drohenden, dann nachdenklichen und zum Schluss erleichterten Eindruck an. Bevor der kleine Mann von Tui übersetzte, wusste ich schon, dass er eine Lösung für unser Problem  gefunden hatte: „Der Officer sagt, dass für den Verlust von Flugtickets die Flughafenpolizei und nicht die Stadtpolizei zuständig sei. Wir sollen zum Airport fahren und unser Anliegen dort vortragen.“ Dieser Logik hatten wir nichts entgegen zu setzen und zogen uns von den neidischen Blicken der Delinquenten begleitet, zurück. Inzwischen war schon eine gute Stunde vergangen und nach einer weiteren halben Stunde Fahrt gelangten wir dann zum Airport und daselbst zu einem kleinen Flachbau, in dem die Flughafenpolizei untergebracht war.

 

Wieder aufs Sünderbänkchen setzen und wieder „Pssst!“ und wieder warten. Die beiden Wachhabenden, ein männlicher Verwandter und eine Schwester der Zwillinge, mit denen wir bereits bei unserer Einreise das Vergnügen hatten, konnten sich unserer nicht sofort annehmen, da sie ganz offensichtlich mit höchst wichtigen Ermittlungen beschäftigt waren. Der Verwandte fixierte mit zurückgelegtem Kopf angestrengt und mit höchster Konzentration einen Punkt außerhalb des Gebäudes und die Schwester war am Durcharbeiten eines Stapels geheimer amtlicher Unterlagen, die in Format, Papier und Druck entfernt einer Tageszeitung ähnelten.

 

Nach etwa 10 Minuten räusperte sich der Beamte plötzlich und ich war erstaunt, dass der kleine Mann von Tui daraufhin zu reden anhub, und unser Anliegen vortrug, wie ich an dem sich verfinsternden Antlitz des Herrn erkannte. Das was ich als Räuspern interpretiert hatte, war die Frage nach dem Grund unserer Nicht allzu sehr geschätzten Anwesenheit. Aber auch hier ergab sich nach einigen Minuten angestrengten Nachdenkens schnell eine Lösung: Er griff zum Telefon und zitierte barsch einen untergeordneten Beamten herbei, der uns mit in einen anderen Raum nahm. Dieser junge Mann hätte es um ein Haar fertig gebracht, mein Bild von der Kenianischen Beamtenschaft im allgemeinen und Polizei im besonderen ins Wanken zu bringen, denn er brachte unsere Anzeige hurtig und gewissenhaft zu Papier, überreichte uns das Original für die Versicherung und nach fünf Minuten war alles erledigt. „Weiterhin gute Reise und einen angenehmen Urlaub!“ Hä? Spinnt denn der? Kann man sich denn hier auf gar nichts mehr verlassen?  Petra meinte auch, dass mit dem irgendetwas nicht gestimmt haben konnte.

Der kleine Mann von Tui, der inzwischen schon ziemlich zappelig geworden war, denn immerhin hatte er mindestens vier Stunden mehr als vorgesehen für uns opfern müssen, brachte uns zusammen mit Lazarus zur Abflughalle, wo sich beide von uns verabschiedeten. Aus dem Augenwinkel konnte ich noch sehen, wie sich die Gesichtszüge des ….. von Tui erst dann entspannten, als abzusehen war, dass wir endgültig seinen Verantwortungsbereich verlassen hatten.

Zusammen mit Michael, der die ganze Zeit treu zu uns gestanden hatte (was blieb ihm auch anderes übrig?), gingen wir zum Schalter und kauften die Flugtickets. Als die Dame mir den Preis nannte, fiel ich fast in Ohnmacht. Fünfzig Euro sollten wir zahlen! Dafür hatten wir nun fast einen ganzen halben Urlaubstag geopfert, sind von Pontius zu Pilatus gelaufen, haben uns in diesen unsäglichen Polizeistationen herumgedrückt und uns fast die Schwindsucht an den Hals geärgert. Andererseits hätten wir dann allerdings die vielen netten Polizisten nicht kenn gelernt, meinte Petra. Da wir am Abend nach der Ankunft im Leopard Beach Hotel erst mal in der Bar nach dem Rechten sehen Und den Qualitätsstandard der Cocktails überprüfen mussten, hatten wir keine Lust mehr, uns noch wohnlich in unserem Cottage einzurichten und holten das frisch und ausgeschlafen am nächsten Morgen nach. Petra räumte den Inhalt der Reisetaschen in die Schränke und ich nahm mir, methodisch und ordentlich wie ich nun mal bin, meine Videotasche vor, um die Ausrüstung auf Vordermann zu bringen. Beim Ausräumen einer der Seitentaschen fand ich einige leicht verknüllte Dokument... 

Nachdem ich mich einigermaßen gefasst hatte, überlegte ich krampfhaft, wie ich die Dinger unauffällig verschwinden lassen konnte. Doch zu spät: „Was hast Du denn da?“ fragte Petra, die immer zur falschen Zeit am falschen Ort auftauchen muss, mit süßlicher Stimme. „Unsere Flugtickets, was denn sonst? So und jetzt gehen wir frühstücken!“