Warum...

 

...heißt Kenia eigentlich Kenia?

Nach dem Glauben der Kikuyu ist Kirima-Kirinyaga, (Berg mit den Straußen oder Berg der Strauße), der zweithöchste Berg Afrikas, der Sitz ihres Gottes Mwene Nyaga (Bewahrer oder Besitzer der Strauße). Kirima bedeutet Berg, hat aber auch in einen tieferen Sinn die Bedeutung kiri (dort wo) Ma (die Wahrheit) ist.

 

Die Engländer, die sich mit ihrem untrüglichen Landräuberinstinkt in der fruchtbarsten und gesündesten Gegend Ostafrikas festgesetzt hatten, nannten den Berg mit der für die „zivilisierten“ europäischen Nationen typischen Mijssachtung der Religionen, Sprachen und Sitten der von ihnen kolonialisierten Völker kurzerhand Mount Kenya. Mit der Zeit ging diese Bezeichnung auf die gesamte Kolonie über und wurde schließlich bei der Staatsgründung zur offiziellen Landesbezeichnung.

 

Also mir würde Kenia , wenn es Kirinyaga heißen würde, zwar nicht noch besser als sowieso schon gefallen, aber schöner anhören würde es sich schon, oder?

...heißt Mombasa eigentlich

   Mombasa?

In vorkolonialistischer Zeit hatte das heutige Mombasa den zutreffenden Namen Kisiwa cha pwani  (Insel an der Küste).

 

Als die Britischen Kolonialisten sich in der Stadt niederließen, wurden sie bei Kontakten mit Einheimischen wohl sehr häufig mit der Grußformel Mwambaze“ (in der Sprache der in der Gegend ansässigen Giriyama so viel wie „Wie geht es?“) begrüßt.

 

Offensichtlich müssen die Engländer geglaubt haben, dass die Eingeborenen ihnen bei jedem Zusammentreffen als erstes immer den Namen der Stadt zuriefen, denn sie verballhornten die Grußformel zu dem Wort Mombasa, das sie als Bezeichnung für die Stadt  übernahmen, die übrigens bis zur Gründung Nairobis gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Hauptstadt der Kolonie galt.

 

 

 

 

...heißt Mudanda Rock eigentlich

   Mudanda Rock?

Wer schon den Tsavo Ost besucht hat, wird wahrscheinlich auch den beeindruckenden Mudanda Rock, einen riesigen über 1,5 km langen Felsen aus präkambrischer Zeit (ca. 570 – 1400 Mio. Jahre)  besucht und über die eingehauenen Stufen bestiegen haben um von oben den grandiosen Ausblick zu genießen.

 

Wie viele geografische Bezeichnungen im Gebiet des Tsavo stammt auch die Bezeichnung Mudanda aus den Sprachen der dort zum Teil noch heute ansässigen Taita, Waliangulu und Kamba. 

 

Diese Stämme, die sich mit Vorliebe vom Fleisch erjagter Wildtiere ernährten, machten das Fleisch größerer Beutetiere, meistens Elefanten,  haltbar, indem sie es in dünne Lappen zerteilten, die sie zum Trocknen auf dem Felsen, der durch seine relativ glatte Oberfläche zu diesem Zweck bestens geeignet war, ausbreiteten. Das so gewonnene Trockenfleisch wurde als Mudanda und der Ort wo dies geschah somit ganz pragmatisch als   „Trockenfleisch-Felsen“ bezeichnet.